Gehäuse, Stecker, Kabel und Co.

EMV-Abstimmung mit Mechanik und Design

Mechanik - unterschätzte Einflüsse

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Gehäuse

Mit der Gehäusegeometrie wird u.a. definiert wo wieviel Bauraum wo verbleibt. Geschieht dies ohne Berücksichtigung der EMV so können andere Teile (Leiterplatte. Kabelbaum, etc.) u.U. nicht optimal ausgelegt werden. Bsp. Höhere Bauteile müssen auf der Leiterplatte an einer Stelle platziert werden, die das Zonenkonzept schwächt oder größere Schleifen verursacht. Dies muss an anderer Stelle mit zusätzlichen Maßnahmen kompensiert werden, was in jedem Fall zusätzliche Kosten generiert und nicht immer funktioniert.

 

Ecken und Kanten von leitfähigen Gehäusen bilden aus mehrerlei Hinsicht EMV-Schwachstellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn hier verschiedene Gehäuseteile zusammengefügt werden. Es entstehen sogenannte Schlitzantennen. Im ungünstigsten Fall können diese Antennen auch - wie herkömmliche Antennen die für den Sende-/Empfangsbetrieb konzipiert wurden - einen positiven Gewinn erzielen. Das bedeutet die Störungen werden zusätzlich verstärkt. Hier gibt es verschiedene Lösungsansätze mit sehr unterschiedlichen, individuell zu bewertenden Kostenpotentialen.

Stecker

Die Steckergeometrie, deren Anordnung und ihre Pinbelegung definieren welche Ströme wo fließen, welche Leitungen eng bei einander verlaufen (auf Leiterplatte und in der Verkabelung), wie störende Signale getrennt werden können und in welchem Maße störende Schleifen aufgespannt werden. Überlegen Sie sich im Vorfeld welche Einflüsse sie auf das Innen und das Außen nehmen. Eine einfache Handskizze kann je nach Komplexität schon einen Vorteil bringen.

 

Kommen mehrere Stecker zum Einsatz kann eine ungünstige Anordnung eine gute EMV-Performance von Beginn an zunichtemachen. Insbesondere Stecker auf gegenüberliegenden Gehäuseseiten sollten wenn irgend möglich vermieden werden.

Kabelbaum und Verdrahtung

Schleifen, die innerhalb der Verkabelung zwangsläufig entstehen, müssen aus EMV-Sicht gestaltet werden. Müssen Leitungen geschirmt werden? Wenn ja wie - einseitig aufgelegt oder beidseitig? Wann macht eine Verdrillung Sinn? Gibt es evtl. andere, kostengünstigere Ansätze?

 

Bei all diesen Fragen stehen einige zentrale Aspekte im Mittelpunkt. Liegt der Fokus auf elektrischen, magnetischen, oder elektromagnetischen Feldern? Damit kommen direkt die Größe der Nutzfrequenzen und deren Oberwellenspektren ins Spiel.